{"id":1744,"date":"2016-06-06T00:03:00","date_gmt":"2016-06-05T22:03:00","guid":{"rendered":"http:\/\/formative-works.ch\/?post_type=projekt&#038;p=1744"},"modified":"2019-12-06T00:37:17","modified_gmt":"2019-12-05T23:37:17","slug":"pflegende-angehoerige-in-komplexen-situationen-am-lebensende-nfp-67","status":"publish","type":"projekt","link":"https:\/\/formative-works.ch\/?projekt=pflegende-angehoerige-in-komplexen-situationen-am-lebensende-nfp-67","title":{"rendered":"Pflegende Angeh\u00f6rige in komplexen Situationen am Lebensende (NFP 67)"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 67 \u201eLebensende\u201c untersuchte das Projekt kritische Situationen von Menschen, die zu Hause betreut werden. Zu Beginn stand die Frage im Vordergrund, wie unn\u00f6tige und ungewollte Spitaleinweisungen kurz vor dem Tod vermieden werden k\u00f6nnen. Erste Ergebnisse machten jedoch schnell deutlich, dass ein \u201eerfolgreiches\u201c Pflege-Arrangement nicht von der Verhinderung einer Hospitalisation abh\u00e4ngt, sondern dass die Beurteilung aus Sicht der Angeh\u00f6rigen differenzierter ausfallen muss. Durch die Erweiterung der Bedeutung von \u201ekritischen Situationen\u201c war es m\u00f6glich, alles zu erfassen, was aus Sicht der Angeh\u00f6rigen w\u00e4hrend der Pflege und Betreuung als schwierig und problematisch erlebt wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Die einzelnen Forschungsziele waren: <\/p>\n\n\n\n<ul><li>herauszufinden, welche Situationen aus Sicht der Angeh\u00f6rigen \u201ekritisch\u201c sind<\/li><li>verschiedene Formen der Entscheidungsfindung und der Bew\u00e4ltigung von kritischen Situationen zu beschreiben und zu verstehen<\/li><li>L\u00fccken in der Versorgungslandschaft, fehlende Kompetenzen, ungeeignete Reaktionen der Fachpersonen, etc. zu beschreiben<\/li><li>Unterschiede betr. Einstellungen, Erwartungen, Motiven, Werten und Handlungsweisen in verschiedenen Kontexten zu untersuchen<\/li><li>den Bedarf an technischer, beratender, wissensvermittelnder, psychologischer und spiritueller Unterst\u00fctzung zu kennen und entsprechende Instrumente zu entwickeln. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Ausgehend von den Ergebnissen des Forschungsprojektes wurden folgende Empfehlungen formuliert:  <\/p>\n\n\n\n<ul><li>Um unn\u00f6tige Hospitalisierungen am Lebensende\nzu vermeiden und die Angeh\u00f6rigen zu bef\u00e4higen, mit schwierigen Situationen\numzugehen, m\u00fcssen sie besser <strong>auf die Pflege und Betreuung zu Hause\nvorbereitet werden<\/strong>. Sie ben\u00f6tigen Informationen zum Krankheitsverlauf, zu\nm\u00f6glichen Symptomen und zum korrekten Umgang damit, Tipps f\u00fcr die Pflege,\nKenntnisse \u00fcber verf\u00fcgbare Unterst\u00fctzungs- und Entlastungsangebote, etc. <\/li><li>Situationen am Lebensende sind h\u00e4ufig\nunberechenbar und unvorhersehbar. Es braucht deshalb Angebote, die <strong>flexibel\nund schnell verf\u00fcbar <\/strong>sind. In kritischen Situationen muss <strong>jederzeit <\/strong>\u2013\nalso auch nachts und am Wochenende \u2013 jemand f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen <strong>erreichbar <\/strong>sein\n(z.B. \u00fcber eine 24h-Telefon-Hotline). <\/li><li>Pflegende Angeh\u00f6rige ben\u00f6tigen nicht nur nur\nUnterst\u00fctzung im medizinischen und pflegerischen Bereich, sondern eine\nganzheitliche Versorgung, die <strong>auch soziale, psychologische, spirituelle und\nemotionale Bed\u00fcrfnisse <\/strong>umfasst. <\/li><li>Ein fr\u00fchzeitiger Einbezug von Palliative Care\n\u2013 auch parallel zu kurativen Behandlungen \u2013 und eine <strong>Integration der\nPalliative Care Philosophie in die gesamte Gesundheitsversorgung <\/strong>ist\nw\u00fcnschenswert. <\/li><li>Weil pflegende Angeh\u00f6rige h\u00e4ufig zu\nbesch\u00e4ftigt und zu ersch\u00f6pft sind, um eigene Bed\u00fcrfnisse \u00fcberhaupt\nwahrzunehmen, sollten <strong>Entlastungs- und Unterst\u00fctzungsangebote aktiv\nangeboten <\/strong>werden. <\/li><li>Viele pflegende Angeh\u00f6rige \u00e4ussern den <strong>Wunsch\nnach einer einzigen Anlaufstelle<\/strong>, die sie jederzeit kontaktieren k\u00f6nnen, um\nFragen zu stellen und die ihnen bei der Organisation der Pflege zu Hause hilft.\nInsgesamt ist eine <strong>bessere Koordination und Kooperation <\/strong>der involvierten\nFachpersonen notwendig. <\/li><li>Damit pflegende Angeh\u00f6rige die Pflege und\nBetreuung \u00fcber l\u00e4ngere Zeit gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen, brauchen sie <strong>Auszeiten und\nErholung<\/strong>. Entsprechende Angebote m\u00fcssen finanzierbar und f\u00fcr alle\nzug\u00e4nglich sein. <\/li><li>Auch <strong>Unterst\u00fctzung im administrativen\nBereich <\/strong>bzw. eine Vereinfachung administrativer Prozesse (insb. bei\nFinanzierungs- und Versischerungsfragen) ist w\u00fcnschenswert. Die <strong>finanzielle\nEntsch\u00e4digung <\/strong>f\u00fcr die Betreuung zu Hause sollte verbessert werden. <\/li><li>Eine wechselseitige und <strong>partnerschaftliche\nBeziehung zwischen Angeh\u00f6rigen und Fachpersonen<\/strong>, in der die Kompetenzen der\nAngeh\u00f6rigen anerkannt und gesch\u00e4tzt und in der sie\nin ihrer Rolle als Partner und Experten unterst\u00fctzt und gest\u00e4rkt werden, tr\u00e4gt\nzu einer optimalen Versorgung von Menschen am Lebensende bei. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p> Durch dieses Forschungsprojekt konnte wichtiges Grundlagenwissen zur Situationen pflegender Angeh\u00f6riger in Situationen am Lebensende in der Schweiz erarbeitet werden. Wir sind froh, dass dank dem regelm\u00e4ssigen Austausch mit massgeblichen Akteuren und Organisationen auf kantonaler und nationaler Ebene die oben genannten Empfehlungen in verschiedene Strategiepapiere (z.B. Kantonales Konzept Palliative Care Freiburg) einflossen und damit auch \u2013 so ist zu hoffen \u2013 die konkrete Versorgungspraxis beeinflussen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link no-border-radius\" href=\"http:\/\/p3.snf.ch\/project-139243 \">Eckdaten und Publikationen <\/a><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:63px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[10],"tags":[202,4],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/formative-works.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/projekt\/1744"}],"collection":[{"href":"https:\/\/formative-works.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/projekt"}],"about":[{"href":"https:\/\/formative-works.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/projekt"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/formative-works.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/projekt\/1744\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1756,"href":"https:\/\/formative-works.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/projekt\/1744\/revisions\/1756"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/formative-works.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/formative-works.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/formative-works.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}